Evangelische Kirche fordert Gesinnungs – Überprüfung in den Gemeinden

Gesinnungsüberprüfung in der evangelischen Kirche

In der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg soll es eine Überprüfung der politischen Gesinnung geben.

Die Gemeinden sollen niemanden in ihren Vorstand wählen, der politisch rechts steht.

Die Kirchenleitung hat deshalb eine „Handreichung für Gemeindekirchenräte“ herausgegeben. Dort sind die „Kriterien für den Ausschluss von der Leitung einer Kirchengemeinde“ beschrieben.

Die Kriterien besagen, das Mitglieder einer Kirchengemeinde nicht in den Vorstand ihrer Gemeinde gewählt werden dürfen, wenn sie „Parteien oder Organisationen“ unterstützen, die „menschenfeindliche Ziele verfolgen“.

Als „menschenfeindlich“ im Sinne der Grundordnung gelten Worte und Taten, die Menschen oder Menschengruppen, „aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“ herabwürdigen, diffamieren oder bedrohen.

Aber wer sind nun laut Kirche diese „Parteien oder Organisationen, die „menschenfeindliche Ziele verfolgen“?

Die Kirchenleitung nennt in ihrer Handreichung einerseits rechtsextreme Splittergruppen, wie zum Beispiel die NPD, die „Reichsbürger“ oder die „Identitäre Bewegung“, andererseits aber auch die AfD und „asylfeindliche Initiativen“. Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremen Splittergruppen sollen prinzipiell nicht für den Gemeindevorstand zugelassen werden.

Bei AfD-Mitgliedern sei die „Wählbarkeit im Einzelfall zu prüfen“. So empfiehlt es die Kirchenleitung den Gemeinden. Auch Mitglieder von Initiativen, die sich „gegen die Aufnahme von Geflüchteten wenden“ sollen einer Prüfung unterzogen werden.

“Vergessen” hat man leider die Mitglieder und Sympathisanten von CDU, SPD, FDP und Die Linke, die ja auch sehr oft radikale bzw. “Alternativlose” Thesen vertreten.

Wie soll nun eine solche politische Überprüfung aussehen?

Die Frage, ob eine Gruppierung, Organisation oder Partei menschenfeindliche Ziele verfolgt, lässt sich belastbar nur mit Blick auf deren eigene Darstellung und Veröffentlichungen beantworten, da sich dort belegbare Zitate finden, die sich Mitglieder der Gruppierung, Organisation oder Partei dann zurechnen lassen müssen. Einzelne Äußerungen von Vertretern solcher Gruppen sind im Zweifel nicht geeignet, die Verfolgung menschenfeindlicher Ziele durch die gesamte Gruppierung festzustellen.

Das heißt, das man die Gemeindemitglieder die man in die Vorstände wählen will vor der Wahl “durchleuchtet”.  Die Kirche ruft dazu auf, dass Gemeindeglieder sich gegenseitig politisch überprüfen. Das führt zu Misstrauen und Ausgrenzung, also zum Gegenteil dessen, was die Kirche will. Eine solche Überprüfung ist meiner Ansicht nach ein Vertrauensbruch.

In the Protestant Church of Berlin-Brandenburg there will be a review of the political convictions.

The congregations should not elect anyone to their board who is politically right-wing.

The church leadership has therefore issued a “Handreichung für Gemeindekirchenräte” (“Handreichung für Gemeindekirchenräte”). There the “criteria for the exclusion from the leadership of a parish” are described.

The criteria state that members of a congregation may not be elected to the board of their congregation if they support “parties or organizations that pursue “anti-human goals”.

Words and deeds which degrade, defame or threaten people or groups of people “for reasons of race or ethnic origin, sex, religion or belief, disability, age or sexual identity” are considered “inhumane” in the sense of the Basic Code, but who, according to the Church, are these “parties or organizations which pursue “inhumane goals”?

In its handbook the church leadership names on the one hand right-wing extremist splinter groups, such as for example the NPD, the “citizens of the Reich” or the “identity movement”, but on the other hand also the AfD and “anti-asylum initiatives”. Members and supporters of the right-wing extremist splinter groups should in principle not be admitted to the parish council.

In the case of AfD members, “eligibility for election should be examined on a case-by-case basis”. Thus the church leadership recommends it to the congregations. Also members of initiatives, which turn themselves “against the admission of fugitives” are to be submitted to an examination.

One has “forgotten” unfortunately the members and sympathisers of CDU, SPD, FDP and the left, which represent also very often radical and/or “alternative-less” theses.

What should such a political review look like?

The question, whether a grouping, organization or party pursues misanthropic goals, can be answered loadable only with view to their own representation and publications, since there are provable quotations, which members of the grouping, organization or party must be able to be added then. Individual statements of representatives of such groups are not suitable in case of doubt to determine the pursuit of misanthropic goals by the entire group, i.e. that one “examines” the community members which one wants to elect to the executive committees before the election.

The Church calls for parishioners to examine each other politically. This leads to mistrust and exclusion, the opposite of what the Church wants. In my opinion, such a review is a breach of trust.

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