Firmenverlagerungen sollen einfacher werden

Grundrechte der EU

Den Unternehmenssitz in ein anderes EU-Land zu verlagern soll einfacher werden.

Den Unternehmenssitz in ein anderes EU-Land verlagern oder sich in mehrere Länder aufspalten – das alles soll einfacher werden.

Darauf verständigten sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten, wie die EU-Kommission mitteilte. Damit soll es Firmen leichter gemacht werden, innerhalb der EU zu expandieren.

Gleichzeitig soll es jedoch Schutzmechanismen für Beschäftigte, Minderheitsaktionäre und Gläubiger geben. Das soll verhindern, dass Verlagerungen ausgenutzt werden, etwa um Stellen zu streichen. Wie diese Schutzmechanismen aussehen sollen findet Ihr hier: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:52018PC0241&from=EN.

Hier geht es zur Erklärung der EU: https://ec.europa.eu/germany/news/unternehmen20190314_de 

Hier findet ihr den kompletten Vorschlag der EU-Kommission: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:52018PC0241&from=EN

Wie können diese “Schutzmaßnahmen aussehen?

Ich glaube, es wird wie bisher, keinen oder nur geringen Schutz für die Beschäftigten geben. Denn schon die letzten Regularien waren löchrig wie Schweizer Käse und sollen offenbar nicht geändert werden. Denn es soll weiterhin Richtlinie 2001/23/EG des Rates vom 12. März 2001 gelten. 

Insbesondere im Hinblick auf die Ansprüche der Arbeitnehmer von Gesellschaften, die eine grenzüberschreitende Verschmelzung oder Spaltung vornehmen, können gegebenenfalls auch die Schutzvorkehrungen der Richtlinie 2001/23/EG gelten.

Wie diese “Schutzmechanismen” aussehen zeigt das Beispiel eines dieser Entgrenzer. Es ist Casper von Koskull, der Chef von Nordea, der grössten Bank Skandinaviens.

Der gebürtige Finne drückte letztes Jahr durch, dass die schwedische Nordea ihr Hauptquartier nach Finnland und damit ins Euroland umzieht. Dass der Auszug der grössten (und zweimal mit Staatsgeldern gestützten) Bank in Schweden zu einem Aufschrei führte, steckte der Herr von Koskull scheinbar gleichmütig weg. Mit dem Versprechen, mit dem Umzug 1 Milliarde Euro einzusparen, hatte er die Aktionäre der Bank hinter sich gebracht.

Der ehemalige Goldman-Sachs-Manager ist berüchtigt dafür eiskalt und abgezockt zu handeln. Doch er ist nur ein Beispiel von vielen. Bereits 2017 hatte er angekündigt, Nordea werde rund 6’000 von insgesamt 30’000 Jobs abbauen. Rund die Hälfte der Stellen bei Nordea sind heute weg.

Die EU-Kommission hatte im April 2018 entsprechende Vorschläge vorgelegt. Demnach könnten Firmen damit in den kommenden fünf Jahren bis zu 280 Millionen Euro einsparen. Über die Folgen für die Arbeitnehmer und Angestellten wurde nur am Rande gesprochen.

It will be easier to relocate the company to another EU country.

Moving the company’s headquarters to another EU country or splitting up into several countries – all this is to be made simpler, the European Parliament and EU state negotiators agreed, as the EU Commission announced. This should make it easier for companies to expand within the EU.

At the same time, however, there will be protection mechanisms for employees, minority shareholders and creditors. This should prevent relocations from being exploited, for example to cut jobs. What these protective mechanisms should look like can be found here: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:52018PC0241&from=EN.Here it goes to the declaration of the EU: https://ec.europa.eu/germany/news/unternehmen20190314_en Here you can find the complete proposal of the EU Commission: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:52018PC0241&from=ENHow can these “protective measures look like?

I believe, there will be as before, no or only little protection for the employees. Because already the last regulations were as puny as Swiss cheese and apparently should not be changed. This is because Council Directive 2001/23/EC of 12 March 2001 is to continue to apply. Particularly with regard to the rights of employees of companies that carry out cross-border mergers or divisions, the protective provisions of Directive 2001/23/EC may also apply.

The example of one of these delimiters shows what these “protective mechanisms” look like. It is Casper von Koskull, the head of Nordea, Scandinavia’s largest bank, who was born in Finland and pushed through last year that the Swedish Nordea would move its headquarters to Finland and thus to Euroland. The fact that the withdrawal of the largest bank in Sweden (supported twice by state money) led to an outcry was apparently put aside by Mr. von Koskull in a calm manner. With the promise of saving 1 billion euros with the move, he had got the bank’s shareholders behind him.

The former Goldman Sachs manager is notorious for acting ice-cold and ripped off. But he is just one example among many. Already in 2017 he had announced that Nordea would cut around 6,000 out of a total of 30,000 jobs. About half of the jobs at Nordea are gone today.
The EU Commission had submitted corresponding proposals in April 2018. According to the proposals, companies could save up to 280 million euros over the next five years. The consequences for employees were discussed only marginally.

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