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Rassismus geht immer

Nur eine flüchtige Beobachtung, weil man an ihr ganz exemplarisch den 180-Grad-Wandel des Anstandes, also der Ethik, der letzten Jahrzehnte verdeutlichen kann. In Meghan Markles Geständnis, am englischen Hof „rassistisch“ „beleidigt“ worden zu sein, bündeln sich zahllose Konfliktstränge. Der Schachzug ist in gewisser Weise clever, denn damit stellt sie von vornherein alle Kritik still und […]

Rassismus geht immer

In Meghan Markles Geständnis, am englischen Hof „rassistisch“ „beleidigt“ worden zu sein, bündeln sich zahllose Konfliktstränge. Der Schachzug ist in gewisser Weise clever, denn damit stellt sie von vornherein alle Kritik still und selbst die englische Yellow Press steht wie gelähmt vor der Aussage und muß das bereits gezückte Schlachtmesser wieder einziehen – die Amis standen von vornherein auf ihrer Seite … was ein weiteres Indiz dafür ist, daß man eine interkulturelle Ehe sehr streng prüfen sollte, bevor man sie eingeht, denn früher oder später werden die kulturellen Prägungen zur Belastung werden.

In diesem Fall prallen zwei gegensätzliche Wert-Codes aufeinander. Harry und seine Familie repräsentieren den alten Stil, Meghan ist Kompletterbin des neuen. Selbst wenn die Frage nach der möglichen Hautfarbe ihres Kindes von einem Mitglied des Hofes gefallen ist, so bleibt es die Pflicht der beiden – nach dem traditionellen Kodex – darüber zu schweigen.

Um die Alten zu verstehen, empfehle ich Mór Jokais Doppelroman um Zoltán Kárpáthy. Dort werden an einem jungen adligen und edlen Manne die schlimmsten Verbrechen begangen, er wird seiner kompletten Existenz beraubt und sieht sich einer unvorstellbaren und langjährigen Niedertracht ausgesetzt. Aber die Regeln seiner Kultur verbieten es ihm, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, darüber in der Öffentlichkeit zu reden. Vielmehr wird verlangt, Schicksalsschläge – und wir reden hier von wirklichen Prüfungen, nicht von einem lauen Windchen aus dem Munde eines Spötters – stoisch zu ertragen, die Zähne zusammenzubeißen und von vorne zu beginnen und sich seinen Stand durch harte Arbeit, Disziplin, Willenskraft wieder zu erobern – oder eben zugrunde zu gehen. Und genau das tut der junge Zoltán. Kein Mensch erfährt auch nur ein Wort über seine Leiden und Kämpfe, niemand wird verraten und angezinkt – der Mann beißt sich durch.

Dieser Moral fühlt sich das englische Königshaus idealiter – natürlich längst abgeschliffen und modern verwischt – bis heute verpflichtet. Dazu gehört: was in diesen Gemäuern geschieht, gehört nicht nach draußen.

Die an den sozialen Medien geschulten und prinzipiell verweichlichten, weil permanent auf „Diskriminierungen“ aufmerksam gemachten und nie eine wirkliche Entbehrung erleidenden Vertreter der neuen Generationen halten es exakt umgekehrt. Jeder Pups muß gemeldet werden! Raus an die Öffentlichkeit und wenn alles nichts hilft, dann müssen Tränen her oder das Eingeständnis der eigenen suizidalen Verzweiflung, und als ultimatives Totschlagargument ist spätestens seit dem Tod des Fixers auch der Rassismus hinzugekommen – vorausgesetzt man kann einen entsprechenden Ahnenpaß vorweisen.

Die alten Werte wie Ritterlichkeit, Bescheidenheit, Zurückhaltung, Sparsamkeit, Demut, Pflichterfüllung, Anständigkeit, Tapferkeit, Maßhalten, Verschwiegenheit und wie sie alle heißen, gelten heute nicht mehr, mehr noch, sie wurden einerseits umgepolt – ihr Gegenteil ist nun wahr – und andererseits durch einen Moralismus, durch humanitaristisches Wortgeplänkel ersetzt, das nur noch wenig Eigenanforderungen stellt, aber bestens dazu geeignet ist, den anderen – sofern er noch der alten Welt (die natürlich an und für sich die richtigere ist) angehört – öffentlich zu vernichten. So wird die eigene Schwachheit und Weichheit ersetzt, letztlich zur Stärke gemacht, als Machtinstrument eingesetzt.

Ob eine Welt solcher Untugenden langfristig überlebensfähig sein kann, bedarf keiner Antwort.

Übernommen von https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2021/03/09/rassismus-geht-immer/

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