Was bringt die zweite Stufe der Pflegereform?

Die zweite Stufe der Pflegereform soll vor allem Demenzkranke im Pflegesystem besser stellen als bisher. Im Mittelpunkt des Gesetzes steht dabei der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff, mit dem festgelegt wird, wer bei bestimmten Einschränkungen welche Leistungen in Anspruch nehmen kann.

Die Pflege von Angehörigen erfordert viel Kraft. Diese Kerze soll allen die Notwendige Kraft und Hoffnung geben diese schwere Aufgabe zu bewältigen.
Die Pflege von Angehörigen erfordert viel Kraft. Diese Kerze soll allen die Notwendige Kraft und Hoffnung geben diese schwere Aufgabe zu bewältigen.

Künftig soll die Pflegebedürftigkeit genauer ermittelt und behandelt werden können, unabhängig davon, ob Pflegebedürftige körperliche Einschränkungen haben oder unter Demenz leiden. Dazu werden die bisher drei Pflegestufen zu fünf Pflegegraden ausgebaut.

Dafür ist ein neues Begutachtungsverfahren entwickelt und getestet worden. Berücksichtigt werden die Selbstständigkeit bei der Körperpflege, beim Anziehen und Essen, die Alltagsbewältigung, die Mobilität, die kommunikativen Fähigkeiten und die Sicherheit im Umgang mit Medikamenten oder Hilfsmitteln. Maßgeblich für die Einstufung ist zukünftig der Grad der Selbständigkeit einer Person in allen pflegerelevanten Bereichen.

Die durch die Pflegeversicherung gewährten Leistungen beruhen in Zukunft allein auf dem festgestellten Pflegegrad. Dadurch werden alle pflegebedürftigen Personen innerhalb des jeweiligen Pflegegrades Zugang zu den gleichen Leistungen haben.

Im Verlauf des kommenden Jahres werden alle rund 2,7 Millionen Pflegebedürftigen automatisch neu eingestuft. Menschen mit körperlichen Einschränkungen kommen von ihrer Pflegestufe in den nächst höheren Pflegegrad, Demenzkranke in den übernächsten.

Zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen versorgt. Diese werden nun abgesichert. Denn die Pflegeversicherung zahlt in Zukunft Rentenbeiträge, sobald jemand an zwei Tagen pro Woche jeweils mindestens zehn Stunden einen Pflegebedürftigen ab dem Pflegegrad 2 aufwärts betreut. Bisher lag diese Untergrenze bei zweimal 14 Stunden. Wer für die Pflege aus dem Job aussteigen muss, hat Anspruch auf Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und damit, falls nötig, auf Arbeitslosengeld nach der Pflegephase. Es besteht aber weiterhin kein Anspruch auf Lohnfortzahlung wenn über einen längeren Zeitraum Pflege für Angehörige notwendig wird.

Heimbewohner mit den Pflegegraden 2 bis 5 zahlen künftig einen festen, einheitlichen Eigenanteil für die Pflegeleistungen, der voraussichtlich bei etwa 580 Euro im Monat liegen wird. Bisher steigt der Eigenanteil mit jeder höheren Pflegestufe.

Schon ab 2016 müssen die Pflegekassen die Beratung verbessern und feste Ansprechpartner benennen. Wichtig: Angehörige haben künftig genauso Anspruch auf eine Beratung wie ein Pflegebedürftiger.

Mit bis zu 500.000 neuen Anspruchsberechtigten wird in den nächsten Jahren gerechnet, Nachteile für Alt-Pflegefälle soll es nicht geben. Finanziert wird die Reform durch eine Anhebung des Pflegeversicherungsbeitrags um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent (2,8 Prozent für Kinderlose) zum Jahresbeginn 2017. Dann sollen insgesamt fünf Milliarden Euro zusätzlich für die Pflege bereit stehen. Die Beiträge sollen sodann bis 2022 stabil bleiben.

Hier findet Ihr den Gesetzentwurf: Pflegestärkungsgesetz II

https://lasno.de/jeder-patient-hat-das-recht-seine-patientenakte-einzusehen/

https://lasno.de/was-bringt-das-neue-pflegegesetz/

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