Transhumanismus-Traum von der Unsterblichkeit

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Transhumanismus-Traum von der Unsterblichkeit

Transhumanismus

Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Algorithmen, Körperoptimierung, Augmented Reality und Roboterisierung…all das hat längst Einzug in unseren Alltag gehalten. All dies sind Bestandteile einer neuen Ideologie, der Ideologie des Transhumanismus.

Transhumanismus (zusammengesetzt aus lateinisch trans ‚jenseits, über, hinaus‘ und humanus ‚menschlich‘) ist zunächst eine philosophische Denkrichtung, die die Grenzen menschlicher Möglichkeiten, sei es intellektuell, physisch oder psychisch, durch den Einsatz technologischer Verfahren erweitern will. Die Interessen und Werte der Menschheit werden als „Verpflichtung zum Fortschritt“ angesehen.

Die Wurzeln des Transhumanismus reichen weit zurück. Zugrunde liegt der Traum von Unsterblichkeit.

Früher suchte man nach dem Stein der Weisen. Im Gilgamesch-Epos jagt der Held der Unsterblichkeit nach, um seinen Freund Enkidu vor dem Tod zu retten. In der Griechischen Mythologie ist es Ambrosia das Unsterblichkeit verleiht. Und der Heilige Gral wird auch immer noch gesucht.

Der Tod und die Frage, was danach kommt, beschäftigt die Menschheit seit ihren Anfängen. In der Antike formuliert der Philosoph Platon seine Idee von der Unsterblichkeit der Seele, die in allen Weltreligionen zum festen Glaubensbestand gehört.

Heute sind es die Transhumanisten die jetzt mit Hilfe der Wissenschaft den Traum von der Unsterblichkeit real machen wollen. Und wie bei allen Religionen üblich spielen Leichen auf dem Weg dahin eine untergeordnete Rolle.

Technologie und Moral

Der Schwerpunkt der Transhumanismusbewegung ist die Anwendung neuer und künftiger Technologien. Dazu zählen unter anderem:

  • Nanotechnologie, Biotechnologie mit Schwerpunkten in der Gentechnik und der regenerativen Medizin
  • Gehirn-Computer-Schnittstellen, das Hochladen des menschlichen Bewusstseins in digitale Speicher
  • Prothetik: Verbesserung des Menschen durch Prothesen
  • Entwicklung von Superintelligenz, Weiterentwicklung der Kryonik
  • Eugenik

Die Technologien sollen es privilegierten Menschen ermöglichen, seine Lebensqualität nach Wunsch zu verbessern, sein Aussehen sowie seine physikalischen und seelischen Möglichkeiten selbst bestimmen zu können.

Eugenik im Transhumanismus

Die Eugenik spielt im Transhumanismus eine zentrale Rolle. Allerdings hofft man, nicht durch Sterilisation eine Geburt zu verhindern, sondern durch Genmanipulation für die Geburt eines gesunden Kindes zu sorgen. Dabei soll die menschliche Evolution künftig, an vom Menschen gewählten Zielen orientiert, gesteuert werden. Diese Züchtung von Menschen soll nicht in staatlicher Hand liegen (wie etwa von der nationalsozialistischen Eugenik angestrebt), sondern in die Hände der einzelnen Eltern gelegt werden. Man hofft so, eine neue menschliche Evolution anstoßen zu können. Sozusagen Survival of the Fittest, was bedeutet, im Sinne der Darwin’schen Evolutionstheorie das Überleben der am besten angepassten Individuen herzustellen.

Technik und Mensch im Transhumanismus

Technik verschmilzt schon jetzt immer stärker direkt mit dem Menschen, und sie berührt dabei immer tiefgehender sein Innerstes. Die meisten tragen ihr Smartphone wie ein zweites Gehirn immer mit sich herum. Und es gibt schon jetzt Menschen die sich in der Hoffnung auf größere Leistungsfähigkeit Chips direkt an das Gehirn einpflanzen lassen. Die denken offensichtlich nicht darüber nach was passiert, wenn der ganze Kram kaputt geht oder von der Ferne abgeschaltet wird wenn sie in Rente gehen oder nicht mehr gebraucht werden, weil ihr Modell veraltet und zu langsam ist.

Grundsätzliche Fragen

Was bedeutet die rasant fortschreitende technologische Entwicklung konkret für die Zukunft von menschlichem Körper und Geist, wenn beide technisiert werden?

  • Welche Auswirkungen hat dies auf Selbstverständnis und Praxis von Kunst, die in den Visionen der großen Technologieriesen der Welt in den kommenden Jahren wieder immer mehr zu ihren Ursprüngen als téchne, also zur Technik im Sinne eines hochentwickelten nützlichen „Menschen-Gestells“ zurückkehrt?
  • Was bedeutet das für die Demokratie, den Rechtsstaat und die Zivilgesellschaft?
  • Können wir unserer eigenen Wahrnehmung, unseren Sinnesorganen noch trauen?
  • Wird der Mensch künftig zum Intelligenzspender für die Maschine degradiert, bis diese ihm an Intelligenz, Effizienz und anderen Eigenschaften überlegen ist?
  • Wird der Maschinenmensch des „Transhumanismus“ mit Künstlicher Intelligenz kommunizieren, sie in sich oder sich in sie integrieren, oder sich gar – mit ihrer Hilfe – einer Überintelligenz (superintelligence) annähern können, wie dies etwa der Direktor des bislang einzigen Zukunft der Menschheit Instituts an der Universität Oxford, Nick Bostrom, erwartet?

Nicht zufällig sieht Bostrom in seinem Buch „Superintelligenz“ aus dem Jahr 2014 die Menschheit durch diese Entwicklung auch in ihrer Substanz bedroht, da sich eine Künstliche Intelligenz, die zur Superintelligenz würde, was viele für die Jahrhundertmitte erwarten, gegen den Menschen wenden könnte, weil er der einzige ist, der ihr „den Stecker ziehen kann“.

Was bedeutet Transhumanismus für unser Leben?

Was bedeutet es für unser Leben, wenn die größten Konzerne der Welt, z.B. der Google-Überbau Alphabet mit seiner Tochter Calico, intensiv an einer Human-Biotechnologie forschen, um so die nächst höhere Stufe der menschlichen Evolution erreichen zu können – oder gar die menschliche Unsterblichkeit, wie Google 2013 ausdrücklich als Jahrhundert-Ziel bekannt gab, das seitdem mit Milliardeninvestitionen angestrebt wird?

Was bedeutet das für die Menschen? Werden sie dadurch moralisch besser oder werden sie eher „böse“, weil es keinen Maßstab der Endlichkeit mehr gibt? Wie gehen wir damit um, dass Künstliche Intelligenzen inzwischen eine bessere medizinische Diagnostik vornehmen können als viele Fachärzte? Was bedeutet es für die Gesellschaft, wenn in den kommenden Jahrzehnten Algorithmen wie Googles Alexa sich weiterentwickeln und immer mehr praktische Aufgaben übernehmen – und dabei mehr als 50% der Arbeitsplätze verloren gehen? Was passiert mit Menschen die diese Entwicklung ablehnen? Sind das dann die neuen Arbeitssklaven?

Diese Entwicklung berührt den Kern bisherigen Menschseins in einer Weise, die bislang in der menschlichen Geschichte noch nicht möglich war. Und durch die Corona-Krise wird diese Entwicklung extrem beschleunigt.

Offene Themen die bleiben

Es gibt zur Zeit viele offene Fragen zu Themen die man direkt mit dem Transhumanismus in Zusammenhang bringen kann und die nur einen Sinn ergeben, wenn man die Transhumane Gesellschaft durchsetzen will.

  • Bedingungsloses Grundeinkommen
  • 5G
  • Entwicklungen in der Biotechnologie
  • Bargeldabschaffung und Kryptowährungen
  • Elektroautos
  • 3-D Druck
  • neue internationale Sicherheitsarchitektur
  • RFID
  • Normung des Menschen
  • Gentechnik
  • Genetische Impfstoffe
  • Organspende
  • Gendersprache

Beim Thema Transhumanismus geht es um nicht weniger das Schicksal des Menschseins! Wir alle sind aufgerufen, dazu eine Meinung zu bilden. Allerdings wissen viele Bürger wegen fehlender Berichterstattung in den Mainstream-Medien nicht, was heute schon möglich ist und auch bereits gemacht wird.

Transhumanismus
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Steven Hawkins Warnungen

Dass künstliche Intelligenzen durch ihre wachsenden Fähigkeiten immer menschenähnlicher werden, hatte den berühmten britischen Physiker Stephen Hawking bereits Ende 2014 zu einer Warnung veranlasst. Stephen Hawking sah in künstlicher Intelligenz eine Bedrohung für die Menschheit. Der britische Physiker und Astrophysiker glaubte, dass dadurch das Ende der Menschheit eingeleitet werden könnte. 

„Möglicherweise werden Gesetze gegen Genmanipulation an Menschen erlassen. Aber einige Menschen werden der Versuchung nicht widerstehen können, menschliche Eigenschaften wie Gedächtnis, Widerstandskraft und Lebensdauer verbessern zu wollen.“

„Wenn erst einmal solche Supermenschen auftauchen, wird es große politische Probleme mit „nicht-modifizierten“ Menschen geben, die mit ersteren nicht Schritt halten können,“ so Hawking.

„Mutmaßlich werden sie aussterben oder unbedeutend werden. Stattdessen wird es eine Rasse selbst-geschaffener Wesen geben, die sich immer weiter und immer schneller verbessern.“

Trotz seiner Brillanz beunruhigte ihn unsere ständig wachsende Abhängigkeit von Technik. „Unsere Zukunft ist ein Wettrennen zwischen der wachsenden Macht unserer Technik und der Weisheit, mit der wir sie verwenden. Lasst uns dafür sorgen, dass die Weisheit gewinnt“, so Hawking.

Kurze Antworten auf große Fragen
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